Ich dachte, ich sei gleichberechtigt: nicht theoretisch oder politisch, sondern ganz selbstverständlich.
Ich dachte: Wenn ich etwas will, kann ich es erreichen. Vielleicht muss ich hart dafür arbeiten, aber grundsätzlich kann ich alles werden, alles tun, überallhin gehen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es für mich Grenzen gab. Alle müssen doch hart arbeiten, das gilt doch für alle gleichermassen, ich bin also keine Ausnahme. Ich habe auch dieselben Rechte, gar keine Frage. Natürlich war ich gleichwertig, natürlich standen mir dieselben Möglichkeiten zu. Ich lebte mit dem Selbstverständnis, dass mein Geschlecht nicht darüber entscheidet, was ich darf, kann oder aus meinem Leben mache. Lange Zeit war mein Ziel, eine Familie zu haben. Als ich kurz vor meinen Vierzigern stand und noch kein Kind hatte, geschweige denn einen Partner, mit dem ich mir eine Familie vorstellen konnte, ging ich zum ersten Mal wirklich in mich. Ich stellte fest, dass der Weg, den ich eingeschlagen hatte, nicht ganz zu mir passte. Aber das war ja kein Problem, denn ich war flexibel, unabhängig, konnte mich an neue U...

